Test - The Witcher 2: Assassins of Kings : Königsmord auf der Konsole
- X360
Schöne Welt mit kleinen Makeln
Neben dem gut in Szene gesetzten Kampf gibt es sporadische Rätseleinlagen, die nicht allzu fordernd sind, das Spiel aber angenehm auflockern. Dialoge tauchen sehr häufig auf und mitunter könnt ihr deren Verlauf durch Einschüchtern oder Überzeugen beeinflussen. Die Dialoge sind hübsch in Szene gesetzt, allerdings wirkt die Mimik der schön detaillierten Charaktere etwas arg hölzern. Die deutsche Sprachausgabe geht insgesamt in Ordnung, kommt aber nicht an die Qualität der englischen heran. Untertitel gibt es optional in sechs verschiedenen Sprachen, die Sprachausgabe selbst ist auf englisch, deutsch und französisch verfügbar. Dafür gleich ein dickes Lob an die Entwickler, die den ganzen Spaß auf zwei DVDs gepackt haben. Die übrigens müssen im Spielverlauf nur ein einziges Mal gewechselt werden.
Die Spielwelt und deren Bewohner wirken ungemein authentisch. Mit einer Ausnahme, denn ihr könnt sämtliche Kisten und Behälter leeren, ohne dass sich deren Besitzer darüber aufregen. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, die Umgebungen lebensnah zu gestalten und das ist gelungen. Ebenso fällt die sehr detaillierte Darstellung der Charaktere auf, die sich eher am Mittelalter als an typischer Fantasy orientiert. Allerdings bietet The Witcher 2 keine offene Spielwelt wie Skyrim, sondern zwar recht umfangreiche, von den Wegen her aber eher begrenzte Umgebungen. Zwar habt ihr etwas Bewegungsfreiheit, aber grundsätzlich sind die Gebiete eher "schlauchig" aufgebaut, allerdings mit weitaus mehr Freiraum als beispielsweise bei Dragon Age. Ärgerlich sind allerdings einige etwas unnatürlich wirkende Hindernisse sowie die Tatsache, dass ihr nur an vorgegebenen Stellen klettern oder springen könnt.
Während das Spiel im Hinblick auf Inszenierung und Grafikdesign überzeugen kann, sieht die technische Seite leider zuweilen ein wenig holprig aus. Zwar flutscht das Spiel weitgehend ruckelfrei über den Bildschirm und CD Project RED hat es geschafft, die Abspeckungen im Vergleich zur PC-Version in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Aber der Preis dafür sind vor allem häufig verzögert nachladende Texturen, was speziell bei Ingame-Zwischensequenzen mit häufigem Bildwechsel negativ auffällt. Ebenso gibt es in einigen Abschnitten starkes Tearing und der obligatorische "Rollrasen" konnte nicht vermieden werden. Das und die erwähnte hölzerne Mimik der Charaktere trübt den ansonsten für Xbox-360-Verhältnisse sehr guten Eindruck der Grafik.
Arenakampf
CD Projekt RED hat neben der Haupthandlung noch ein unterhaltsames Minispiel auf die DVDs gepresst. Im Arena-Modus nämlich tretet ihr als Geralt gegen unterschiedliche Gruppen von Gegnern an. Dabei geht es um Punkte, Erfahrung und Ausrüstung. In jeder Runde erhaltet ihr Erfahrungspunkte und könnt eure Fähigkeiten verbessern. Nach siegreicher Runde stehen drei verschiedene Ausrüstungsgegenstände zur Auswahl. Zudem könnt ihr hilfreiche Objekte bei einem Händler erwerben und sogar Mitstreiter gegen Gebühr anheuern. Das Problem dabei: Werdet ihr in einem Arenakampf getötet, ist euer Fortschritt dahin und ihr bekommt keine Punkte und keine Ausrüstung mehr, sprich ihr müsst von vorn beginnen und euer Ergebnis wird in einer Highscore-Liste online verewigt. Dennoch motiviert der Modus durchaus, denn die Kämpfe sind spannend und fordernd. Eine wirklich nette Zugabe, in der ihr euch in vier Schwierigkeitsgraden verausgaben könnt.
Abschließend sei noch angemerkt, dass The Witcher 2 auf Xbox 360 wie erwähnt alle bisherigen Zusatzinhalte der PC-Version enthält, aber auch einige neue Inhalte zu bieten hat. PC-Besitzer müssen sich darüber aber nicht grämen, denn die PC-Version wird per Patch auf den gleichen Stand wie die Xbox-360-Version gebracht. Kostenlos. Ach ja, und noch etwas: Frohes Hoffen auf einen dritten Teil scheint nicht unberechtigt zu sein, wenn man sich die Szenen nach den Credits so anschaut. Mehr verraten wir aber nicht.
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