Test - The Last Story : Am Ende der Geschichte?
- Wii
Die zu Beginn angesprochene Fokusmagie ist das Ass in Zaels Ärmel. Einmal aktiviert, verleiht sie ihm die Kraft, gefallene Kameraden wiederzubeleben und die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich zu ziehen. Besondere Wirbelattacken und das Angreifen aus der Deckung heraus geben dem Kampfsystem noch zusätzliche Facetten. Ebenso automatisch wie das Kämpfen ist auch die Entwicklung eures Charakters. Attribute und Fähigkeiten verbessern sich nämlich ganz von alleine ohne eure Mitwirkung. Das ist eigentlich sehr untypisch für ein Japano-Rollenspiel. Wir hätten uns in diesem Bereich durchaus den üblichen Freiraum gewünscht. Was ihr tun könnt, ist lediglich, neue Waffen und Rüstungen zu kaufen oder eure alten Teile beim Schmied zu verbessern.
Die Ausflüge zu Händlern und Schmieden bleiben fast die einzigen Möglichkeiten, die Spielwelt von The Last Story zu entdecken. In dem leider sehr geradlinigen Spielverlauf habt ihr nur gelegentlich Zeit, die Welt zu erkunden und euch auszutoben. Eine dieser Möglichkeiten ist die Kampfarena, in der ihr euch Geld und besondere Gegenstände verdienen könnt. Das lohnt sich jedoch kaum, ihr investiert eure Zeit besser in das Hauptspiel.
Gemeinsam in die Schlacht
Mistwalker schaffte es, das gut funktionierende Kampfsystem auf einen ansprechenden Online-Mehrspielermodus zu übertragen. Ihr begebt euch gemeinsam mit bis zu sechs Spielern auf Schlachtfelder, die der Hauptgeschichte entstammen. Zum Beispiel marschiert ihr im Modus „Bosskampf“ gegen verschiedene bekannte Endgegner auf. Im Modus „Schlacht“ werdet ihr in die vorher beschriebene Kampfarena geschickt und kämpft nun gemeinsam gegen üble Biester oder aber gegeneinander. Gewählt wird aus einer Reihe von Charakteren, die euch im Spiel begegnet sind. So dürfen ihr auch mal mit den Schurken spielen. Die Modi sind für kurze Zeit unterhaltsam, auf Dauer fehlen aber die Anreize, um weiterzuspielen.
Eine prächtige Vorstellung
Auf der technischen Seite zeigt The Last Story eine für die Wii beachtliche Leistung. Obwohl das bedeutet, dass The Last Story grafisch in etwa nur so stark ist wie das 2007 erschienene Final Fantasy XII. Die Charaktere und Umgebungen sehen größtenteils detailliert aus und sind gut designt. Besonders einige Innenbereiche, wie das Schloss von Lazulis, zeigen, dass auf der Wii ebenfalls ansehnliche Programmierarbeit möglich ist. Auch die Gestaltung der Charaktere bewegt sich auf relativ hohem Niveau.
Leider hat diese ganze Leistung auch ihren Preis. Oft kommt es während der Kämpfe oder bei Stadtbesuchen zu störenden Rucklern. Weiter wunderten wir uns, warum an keiner Stelle die Bewegungssteuerung eingebaut wurde. Gerade in den vielen Sequenzen, in denen Zael die Umgebung scannt oder die Armbrust benutzt, hätte man dieses Feature ruhig nutzen können.
Die musikalische Gestaltung übernimmt Final-Fantasy-Komponist Nobuo Uematsu. Und was soll man sagen? Der Mann versteht sein Handwerk. Die Klangkulisse, die der japanische Komponist hier entfaltet, muss sich hinter keinem anderen Japano-Rollenspiel verstecken. Der Soundtrack ist wunderschön harmonisch und melancholisch zugleich. Zu loben ist auch, dass die Entwickler das ganze Spiel mit englischer Sprachausgabe samt deutschen Untertiteln ausgestattet haben. Die Charaktere sprechen durchweg in einem amüsanten Oxford-Englisch, das direkt von der Insel kommen könnte.
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