Test - The Golden Horde : Nicht alles glänzt, was golden ist
- PC
Eigentlich sollte 'The Golden Horde' ein richtiger Nachfolger zum letztjährigen Echtzeitstrategiespiel 'Ancient Wars: Sparta' werden, einschließlich verbesserter Technik und überarbeitetem Gameplay. Herausgekommen ist nun ein allein lauffähiges Add-on, angesiedelt im mittleren Preissegment, das euch spielerisch wenig Neues zu bieten hat, aber immerhin mit interessanten Völkern aufwartet. Gelingt den Entwicklern von World Forge im zweiten Anlauf doch ein überzeugendes RTS-Game?
Östliche Dreieinigkeit
Mit den Mongolen, Russen und Kreuzrittern fährt der Titel eine Mischung auf, wie wir sie noch in keinem anderen Spiel erlebt haben. Natürlich hat jede Partei ihre Eigenarten und vor allem spezielle Helden, die wiederum ein paar Spezialfähigkeiten besitzen. Die Mongolen sind sehr flexibel beim Basisbau und können Gebäude wie eine Schmiede auch wieder in einen Karren abbauen, um an anderer Stelle sesshaft zu werden. Dagegen fahren die Kreuzritter mit stark gepanzerten Einheiten auf und die Russen sind in der Verteidigung gut aufgestellt.
Jedem Volk widmet 'The Golden Horde' eine eigene Kampagne, leider hängen die einzelnen Einsätze kaum miteinander zusammen, echte Spannung mag so nicht aufkommen, ein Manko, was wir bereits aus 'Sparta' kennen. Gleiches gilt auch für das eher träge Spieltempo. Immer wieder müsst ihr einige Minuten lediglich zuschauen, bis die Bauern endlich genug Rohstoffe gesammelt haben oder eine Armee am Ziel angekommen ist. Die Qualität des Missionsdesigns ist äußerst wechselhaft. Neben einigen spannenden Schlachten, die auch von der guten Physik-Engine leben, bietet euch das Spiel aber zu viele Schleicheinsätze mit Trial&Error-Passagen, die in einem Echtzeitstrategiespiel in dieser Art nichts zu suchen haben.
Waffenausgabe
Interessant ist bei 'The Golden Horde' das Rekrutieren von Einheiten. Statt simpel auf einen Button in einer Kaserne zu klicken, müsst ihr zunächst selbst Waffen in einer Schmiede herstellen. Die Schwerter, Bögen oder Schilde verteilt ihr dann an arbeitslose Bauern, wobei die entsprechende Waffe aus dem Bauer einen Schwert- oder Bogenkämpfer macht. Macht das Ausstatten der Einheiten über den einfachen Ausrüstungseditor anfangs noch Spaß, wird es leider schnell zu einer lästigen Pflicht und einfach mühsam, große Armeen auszuheben. Löblich ist dagegen, dass ihr die Bewaffnung der Soldaten sogar in der Schlacht ändern dürft, aus einem Nahkämpfer wird so schnell ein Fernkämpfer. Da die KI der Gegner aber recht durchwachsen ist, müsst ihr anspruchsvolle Taktiken eher selten anwenden.
Die Technik des Spieles erscheint uns nahezu unverändert gegenüber 'Sparta' zu sein. Statt großartiger Verbesserungen, die uns die Entwickler damals im Rahmen der Vorschau noch ankündigten, sieht die Optik nun ziemlich veraltet aus, lediglich die schon erwähnte Physik-Engine stimmt mancherorts etwas positiver, wenn gerade ein Gebäude realistisch zusammenbricht. Größtes Manko ist aber weiterhin die mangelnde Übersicht, die Kamera lässt sich nämlich kaum herauszoomen. Fast schon eine Unverschämtheit ist der Mehrspielermodus. Nicht nur, dass ihr allein im lokalen Netzwerk mit bis zu acht Leuten antreten dürft, nur ganze vier Karten haben die Entwickler dem Spiel spendiert.
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